Im Mutterleib schützt die Käseschmiere Babys empfindliche Haut. Nach der Geburt übernehmen Mama und Papa das Pflegeprogramm. Wir erklären, was dabei zu beachten ist 

Das wichtigste Hautpflegemittel eines Neugeborenen kann man nicht kaufen, das bringt es selbst mit: die Käseschmiere. Was sich erst mal ein bisschen unappetitlich anhört, ist ein großartiger Schutz für Babys Haut. Die weißliche, fetthaltige Schicht, die im Mutterleib gebildet wird, sorgt nämlich dafür, dass die Haut des Ungeborenen im Fruchtwasser nicht austrocknet. Und sie hat noch eine weitere Aufgabe: Sie wirkt wie eine Art Gleitmittel, sodass das Baby leichter durch den Geburtskanal rutschen kann. Aber auch nach der Geburt hat die Käseschmiere noch wichtige Aufgaben. Sie spendet der Haut Feuchtigkeit, schützt sie davor, dass sich unerwünschte Bakterien ansiedeln, und verhindert, dass der kleine Körper auskühlt. Früher wurde die Käseschmiere meist direkt nach der Geburt bei einem ersten Bad kurzerhand abgewaschen. Heute empfehlen Hautärzte, die Schutzschicht nicht zu entfernen. Sie zieht sowieso von selbst innerhalb weniger Tage in die Haut ein. Besten- falls wird sie sogar vorsichtig in die Haut des Neugeborenen einmassiert. 

CREMEN UNTERSTÜTZT DIE HAUTBARRIERE 

Danach braucht Babys zarte Haut Hilfe von außen. Das A und O der Hautpflege ist dann das regelmäßige Eincremen. Nach jedem Baden, aber am besten zweimal die Woche, sollte eine feuchtigkeitsspendende Creme zum Einsatz kommen. Das stärkt die Barriere, die von der obersten Hautschicht (Epidermis) gebildet wird und vor schädlichen Umwelteinflüssen schützt. Die fest zusammenhaltenden Zellen verhindern, dass Schadstoffe in die Haut kommen können. 

Ist die Hautbarriere nicht intakt, trocknet die Haut aus, und es entstehen schmerzhafte Hautrisse, durch die wiederum Schadstoffe eindringen können. Das Eincremen verringert daher auch das Risiko, eine Neurodermitis zu entwickeln, die durch eine gestörte Hautbarriere verursacht wird. Am besten greifen Eltern zu Produkten, die speziell für Babyhaut entwickelt wurden. Bitte nur eine dünne Schicht auftragen, damit die Haut weiterhin atmen kann und das Kind nicht unter der Cremeschicht schwitzt. Vor allem die Hautfalten am Hals, an den Achseln und Beinen sowie die Region um den Mund, die durch den Speichel besonders belastet ist, brauchen eine sorgfältige Pflege. 

SYNDETS SIND FÜR BABYS BESSER ALS SEIFE 

Wirklich schmutzig machen sich Babys ja nicht – mit Ausnahme der Po-Region. Deshalb reicht es normalerweise, wenn die Haut mit Wasser gereinigt wird. Aber weil sich viele Winzlinge in der Wanne wohlfühlen, dürfen sie gern auch ein- bis zweimal pro Woche baden. Von Seife zum Waschen raten Experten ab, da sie der Haut Feuchtigkeit entzieht und stark basisch ist, während der pH-Wert der Haut leicht sauer ist. Dieser Säureschutzmantel hält krank machende Mikroorganismen in Schach. Sogenannte Syndets sind oft milder als Seife. Mit dem natürlichen pH-Wert 5,5 können sie dazu beitragen, den Säureschutzmantel zu stabilisieren. Ein Badezusatz muss aber nicht sein. Wenn das Kind eine sehr trockene Haut hat, kann man einen Schuss Muttermilch oder normale Milch ins Badewasser geben. Und: Ein Bad sollte immer nur zwischen drei und vier Minuten dauern. 

DEN NABEL RICHTIG BEHANDELN 

Sieben bis 14 Tage dauert es, bis der Rest der Nabelschnur nach der Geburt getrocknet ist und abfällt. So heilt alles gut ab: 

1 Durch richtiges Wickeln bekommt die kleine Wunde am Nabel mehr Luft. Das hilft der Haut beim Heilen. Es geht ganz einfach: die Windelvorderseite ungefähr zwei Finger breit umschlagen (Innenseite nach außen) und erst dann seitlich zukleben. 

2 Das trockene, harte Ende der Nabelschnur kann Babys Haut am Bauch kratzen. Damit das nicht passiert, könnt ihr ein Stück zusammengefaltetes Kosmetiktuch vorsichtig unter das Ende der Nabelschnur schieben. 

3 Ihr solltet einmal täglich die Haut
rund um das Nabelschnurende mit einem in Kochsalzlösung oder abgekochtem Wasser getränkten Wattestäbchen abtupfen. Wenn sich der Nabelschnurrest löst, die kleine Wunde dreimal amTag so behandeln. 

4 Der neue Nabel sieht gerötet aus? Verdünnte Calendula-Essenz oder ein für Neugeborene zugelassenes Desinfektions- mittel tötet Keime ab. Schmiert die Wunde oder riecht sie unangenehm, solltet ihr auf jeden Fall eure Hebamme oder den Kinderarzt um Rat fragen, um eine Infektion auszuschließen. 

5 Spätestens wenn die Nabelschnur abgefallen ist und sich eine kleine Kruste gebildet hat, darf das Baby in die Badewanne. Beim Abtrocknen nicht vergessen, auch den 
Nabel vorsichtig trocken zu tupfen. 

Foto: Getty Images/FotoDuets

Wir verwenden Cookies und andere Technologien, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu deiner Verwendung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. Unsere Partner führen diese Informationen möglicherweise mit weiteren Daten zusammen, die du dir bereitgestellt hast oder die du im Rahmen deiner Nutzung der Dienste gesammelt hast. Details und Widerspruchsmöglichkeiten findest du in unserer Datenschutzerklärung.