Erkältung im Anmarsch? Jetzt braucht der Körper Unterstützung, um den Infekt abzuwehren – oder ihn zumindest schnell wieder loszuwerden. Wichtige Fragen deren Antworten

Stärken Vitamine die Abwehrkräfte?

Ja, ohne Vitamine geht es nicht. Der Körper benötigt sie, um die Zellen und Botenstoffe
für die Immunabwehr in ausreichendem Maß und guter Qualität produzieren zu können. Deshalb ist es gut, wenn viel frisches Obst und Gemüse auf den Teller kommen. Für kleine Obst- und Gemüseverweigerer gibt es Multivitaminpräparate extra für Kinder. Die Dosierung am besten mit dem Kinderarzt besprechen.

Wie werden Erkältungsviren übertragen?

Durch Tröpfcheninfektion. Kinder stecken sich beim Niesen, Husten und Sprechen und über herumliegende Taschen- tücher und Spielsachen an. Besonders leichtes Spiel haben die Erreger, wenn die Kinder frieren. 

Dürfen die Kleinen auch kneippen?

Schon ein- bis dreijährige Kinder können ihre Abwehrkräfte mit dem Prinzip nach Sebastian Kneipp stärken. Besonders geeignet sind für sie kalte Armbäder. So geht’s: Das Waschbecken mit kaltem Wasser füllen und die Arme ein- bis zweimal jeweils zehn bis zwölf Sekunden lang in das Wasser eintauchen – es darf etwa ein Drittel des Oberarms nass werden. Wichtig dabei ist, dass die Haut der Kinder nicht vorher schon kalt ist und dass sich die kleinen Kneipper anschließend gut aufwärmen. 

Zur Abhärtung mit dem Kind in die Sauna?

In Ländern wie Finnland ist das durchaus üblich. Auch bei uns bieten immer mehr Bäder Sauna für Kinder an. Bevor Eltern das Angebot jedoch ausprobieren, sollten sie Rücksprache mit dem Kinderarzt halten und darauf achten, ob die Sauna dem Kind überhaupt Spaß macht. Ein bis zwei Saunagänge, je fünf Minuten bei 55 Grad, reichen für den Anfang. 

Wie schnäuzen Kinder richtig?

Ohne zu trompeten. Am besten ein Nasenloch zuhalten und das andere mit wenig Druck entleeren. Sonst wird ein Teil des Schleims in die Nebenhöhlen und ins Mittelohr gedrückt. Dort kann er Entzündungen verursachen. 

Wann muss das Kleine zum Arzt? 

Ist das Baby jünger als drei Monate, muss es bei den ersten Anzeichen von Schnupfen und Husten zum Kinderarzt. Bei älteren Kindern sollten Eltern den Rat des Doktors einholen, wenn die Erkältung länger als zehn Tage andauert, erneut ausbricht, das Fieber über 39 Grad steigt oder das Kind über Ohrenschmerzen, Bauchweh oder Atemnot klagt. 

Ist eine Grippe das Gleiche wie ein grippaler Infekt?

Nein, das sind zwei ganz unterschiedliche Erkrankungen: Normaler- weise spricht man bei einer Erkältung von einem „grippalen Infekt“. Damit werden lästige, aber harmlose Atemwegserkrankungen wie Husten, Schnupfen, Hals- und Gliederschmerzen bezeichnet.Eine „echte Grippe“ dagegen, die durch Influenza-Viren ausgelöst wird, ist eine gefährliche Erkrankung. Das Kind leidet plötzlich unter hohem Fieber und trockenem Husten, es hat Kopf- und Gliederschmerzen, ist müde und abgeschlagen. Weil eine Grippe einen schweren Verlauf nehmen kann, sollten die Kinder unbedingt in ärztliche Behandlung. 

Macht Stress krank?

Ja. Eine Studie mit Schulkindern hat gezeigt: Je mehr die Kinder unter Stress stehen, umso häufiger werden sie krank. Kinderärzte vermuten, dass dieser Zusammenhang bei jüngeren Kindern noch deutlicher ist. 

Und zu wenig Schlaf?

Auch. Im Schlaf arbeiten die Abwehrkräfte des Körpers auf Hochtouren und besonders wirksam. Bei einem einjährigen Kind empfehlen Experten deshalb zwischen zehn und zwölf Stunden Nachtschlaf. 

Was ist typisch für eine Mandelentzündung?

Meist siedeln sich Viren oder Bakterien im Rachenbereich an und verursachen zum Teil starke Schmerzen beim Schlucken und hohes Fieber. Auf den Mandeln kann man gelbliche Eiterstippchen erkennen. Bei einem Virusinfekt braucht das Kind schmerzstillende und fiebersenkende Mittel. Hat der Arzt im Test Bakterien wie Streptokokken als Ursache identifiziert, wird er dem kranken Kind vermutlich ein Antibiotikum verschreiben. 

Löst eine warme Milch den Schleim bei Husten?

Nein, das ist ein weit verbreiteter Irrtum. Im Gegenteil: Die Milch fördert die Verschleimung nur noch mehr. Besser sind Hustentees aus Thymian, Spitzwegerich, Eibisch, Kamille und Holunderblüten. Und ganz wichtig bei Erkältungen: viel Wasser trinken. 

Hilft Honig bei Husten?

Ja, ein halber Teelöffel Honig in einem warmen Getränk vorm Schlafengehen verringert die Hustenanfälle und sorgt für einen geruhsamen Schlaf. Aber Achtung: Babys unter einem Jahr dürfen keinen Honig bekommen! Darin können Bakterien enthalten sein, die für die Kleinen lebensbedrohlich sind. 

Löst Zahnen auch Schnupfen aus?

Eine Langzeitstudie aus Florida hat gezeigt, dass es keinen Zusammenhang gibt. Oft kommt der erste Zahn nach etwa einem halben Jahr. Also genau dann, wenn viele Babys abgestillt wurden und ihren Nestschutz verlieren. Dadurch kann der Eindruck entstehen, dass die Kinder krank werden, wenn sie zahnen. 

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Wieso kriegen manche Kinder nach dem Schnupfen eine Mittelohrentzündung?

Dieses Problem betrifft vor allem kleine Kinder bis zum Schulalter: Bei ihnen sind die Verbindungsgänge zwischen Nase und Ohr sehr eng und werden bei Schnupfen schlecht belüftet. Das gibt ein günstiges Klima für Bakterien, die Entzündungen verursachen können.

Was tun, wenn das Schnupfen-Baby nicht richtig trinken kann?

Hebammen schwören auf einen Tropfen Muttermilch. Am besten vor der Mahlzeit mit einer Pipette ins Nasen- loch träufeln. Sonst kann der Kinderarzt altersge- rechte Nasentropfen (z. B. von Emser) verschreiben. 

Sind Medikamente mit Alkohol für Kinder gefährlich?

Nein. Die Alkoholdosis, die darin enthalten ist, ist sogar geringer als in manchen Lebensmitteln wie zum Beispiel Apfelsaft. 

Wie klappt Inhalieren besser?

In der Apotheke gibt es für Kinder handliche Spezialgeräte zum Inhalieren. Oder Sie spielen Pirat im Wohnzimmer. Dafür bauen Sie zusammen mit dem kleinen Patienten mit Tüchern eine Höhle unter dem Tisch. In die Mitte wird ein Topf mit heißem Wasser und einem Inhalationszusatz (Meersalz, Salbei, Kamille) gestellt. Das Kind darf ein Piratentuch auf den Kopf setzen und krabbelt mit Taschenlampe ausgestattet in die Höhle. Achtung! Dabei müssen die Eltern natürlich die ganze Zeit darauf achten, dass das Kleine sich nicht mit dem Wasser verbrüht. 

Wie kriegt das Kind nachts besser Luft?

Sie können Ihrem verschnupften Kind das Atmen erleichtern, wenn Sie die Matratze am Kopfende etwas erhöhen. Kleine Kinder und Babys aber besser nicht mit Kissen hochlagern. Feuchte Tücher, die im Zimmer aufgehängt werden, und eine Schale Wasser auf der Heizung sorgen für eine höhere Luftfeuchtigkeit. Noch einfacher geht's
mit einem Luftbefeuchter. Ist die Nase stark verstopft, verschreibt der Kinderarzt abschwellende Nasentropfen oder ein Nasenspray. 

Fotos: Getty Images/Halfpoint Images; Getty Images/Maskot

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