Nach der Mahlzeit am Abend schläft das Kind selig durch. So wünschen sich das alle Eltern. Weiß unsere Expertin vielleicht einen Trick, mit dem es klappt?

Endlich mal wieder durchschlafen – davon träumen viele Eltern. Wann der Zeitpunkt gekommen ist, das ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Eine gute Voraussetzung für ruhige Nächte ist aber, dass sich das Kind tagsüber sattgegessen hat. Zu welcher Tageszeit das Baby welchen Brei bekommt, ist dabei nicht entscheidend. Wichtig ist nur, dass es mit allem versorgt wird, was es braucht. „Wird der Kalorienbedarf untertags gedeckt, hat das Baby nachts in der Regel auch weniger Hunger“, weiß die Ernährungsberaterin Dr. Annett Hilbig. 

Die Zutaten im Abendbrei sind gute Sattmacher 

In Deutschland gibt es traditionell mittags ein deftiges Gericht und abends ein milchhaltiges Essen (z. B. Käsebrot). Bei den Mahlzeiten fürs Baby hat sich deshalb diese Reihenfolge eingebürgert: Mittags steht oft der Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei auf dem Speiseplan, nachmittags der Getreide-Obst-Brei und abends der Milch-Getreide-Brei. Die Zu- taten im Milch-Getreide-Brei sind gute Sattmacher. Ihn gibt es fürs Kind das erste Mal zwischen dem 6. und 8. Monat. Den Abendbrei können Eltern fertig im Glas oder zum Anrühren kaufen – oder selbst machen. Manchen Breien in Pulverform müssen Eltern nur Wasser zugeben, sie enthalten bereits Milch. Andere rührt man mit Milch an – vorher die Packung lesen. 

Der Abendbrei hat drei Zutaten: Milch, (Vollkorn-) Getreide und Obst (oder Saft). Diese Kombination versorgt das Kind mit Kohlenhydraten, Eiweiß, Kalzium, Fett und weiteren Mineralstoffen. Am besten wechseln Eltern bei den Getreidesorten ab (siehe rechts). Babyflocken werden streng auf Schadstoffe kontrolliert. Bei Hirse ist es besonders wichtig, dass sie fürs Baby geeignet ist: Herkömmliche Hirse enthält Gerbstoffe, die dem Kind schaden können. Durchtauschen beim Getreide ist zwar gut, aber stets ein paar Tage dieselbe Sorte füttern, bis die nächste dran ist. Beim Obst, egal, ob frisch oder tiefgekühlt, gilt das Gleiche. 

Bei der Milch greifen Eltern besser zur fettreichen Variante: Das Forschungsinstitut für Kinderernährung empfiehlt Vollmilch. Der hohe Fettgehalt ist wichtig, da der Bedarf an Fett im ersten Lebensjahr hoch ist. Ob pasteurisierte Frischmilch oder H-Milch, ist egal. Nur Rohmilch darf nicht in den Brei, denn sie kann krank- machende Keime enthalten. Wer mag, kann den Brei auch mit Mutter- oder Fläschchenmilch zubereiten. Durch den vertrauten Geschmack gewöhnt sich das Baby leichter an die neuen Lebensmittel. 

Warm oder kalt — das ist Geschmackssache 

Es gibt auch flüssige Abendbreie (z. B. Gute-Nacht-Fläschchen). Auch wenn sich die Zutaten oft nicht groß von einem festen Milch-Getreide-Brei unterscheiden, rät Dr. Hilbig zur herkömmlichen Brei-Variante. Für Babys, die abends zu müde zum Löffeln sind, kann der flüssige Brei hin und wieder eine Alternative sein, aber nicht dauerhaft. Schließlich soll das Kind lernen, vom Löffel zu essen. Breie im Gläschen können Eltern warm oder kalt füttern. Wenn das Getreide in der Vollkornvariante enthalten ist, liefert es besonders viele Nährstoffe. Beim Kauf der Breie bitte darauf achten, dass kein Zucker und keine unnötigen Aromastoffe zugesetzt sind. Experten befürchten, dass sich Kinder damit nur unnötig früh an den süßen Geschmack gewöhnen. Außerdem steigt mit zu viel Zucker das Karies-Risiko. 

Ein Käsebrot am Abend — wie lecker! 

Um den ersten Geburtstag können die Breimahlzeiten nach und nach durch feste Kost ausgetauscht werden. Abends wird aus dem Milch-Getreide-Brei dann zum Beispiel eine halbe Scheibe Vollkornbrot mit Frischkäse. Ein Glas Vollmilch (Fettgehalt: 3,5 %) oder Kindermilch dazu füllt die Eiweißspeicher für die Nacht. Ein halber Apfel oder eine geriebene Karotte ergänzt die Mahlzeit. Aber auch wenn Eltern diese Tipps beherzigen: Eine Garantie, dass ihr Kind durchschläft, gibt es nicht. Manchmal hat das Baby Sehnsucht nach Mama oder Papa. Ein bisschen Kuscheln kann es dann beruhigen. Wenn nicht? Dann war das Kind tagsüber viel- leicht zu abgelenkt, um zu essen. Oder es macht einen Entwicklungssprung und hat tatsächlich noch Hunger. Dann hilft nur: nachts die Brust oder das Fläschchen geben – und mit dem guten Wissen wieder einschlafen, dass die Nacht kommen wird, in der das Kind durchschläft. Ganz bestimmt. 

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KLEINE KÖRNER-KUNDE 

Jede Getreidesorte hat ihre Vorteile. Deshalb ist für ältere Babys und Kleinkinder eine bunte Vielfalt super 

HAFER 

Seine Inhaltsstoffe werden besonders gut verwertet. Die Flocken sind reich an Eisen und Zink und enthalten sieben Prozent wertvolle Fette. Seine gut verträglichen (löslichen) Ballaststoffe unterstützen die Verdauung. 

DINKEL 

Wegen seines leicht nussigen Geschmacks mögen ihn Babys. Er hat ähnliche Inhaltsstoffe wie Weizen, enthält viel Kalium, Magnesium, B-Vitamine und Vitamin E. 

WEIZEN 

Weizenflocken sind reich an Ballaststoffen. Bei Grieß die Vollkornvariante wählen — auch wenn sie schwerer zu finden ist. Sie liefert viel Kalium, Magnesium, B-Vitamine und Vitamin E. 

Fotos: Getty Images/Peter-Cade; Getty Images/Arx0nt

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