Viel trinken ist gesund, nicht nur im Sommer. Aber wie viel Flüssigkeit brauchen Babys und Kleinkinder? Und welche Getränke sind für sie geeignet? Hier gibt‘s die Antworten 

Still- und Fläschchenbabys

Ab wann können Babys zusätzlich zur Mutter- und zur Säuglingsmilch etwas trinken? 

Wasser oder ungesüßten Tee dürfen Babys ab Geburt trinken. Ein Muss sind zusätzliche Getränke anfangs aber nicht. „Mutter- und Säuglingsmilch sind in den ersten vier bis sechs Monaten Mahlzeit und Durst- löscher in einem“, so erklärt Ernährungswissenschaftlerin Dr. Annett Hilbig. 

Wie sieht es an besonders heißen Tagen aus?

Wenn das Kind schwitzt, braucht es mehr Flüssigkeit — dann sind Wasser, ungesüßter Tee oder eine Fruchtschorle ideal (letztere aber am besten erst nach dem vierten Monat). Stillbabys können einfach öfter angelegt werden. Auch bei Fieber oder Durchfall sind zusätzliche Getränke wichtig. 

Der beste Durstlöscher? 

Wasser: Leitungswasser, Babywasser oder für Säuglinge geeignetes Mineralwasser. Neue Geschmackserfahrungen machen Babys mit ungesüßtem Tee. Fenchel-, Kamille- oder Rooibostee sind eine gute Wahl. 

Welches Mineralwasser kommt für Babys infrage?

Eltern erkennen es an der Aufschrift „für die Zubereitung von Säuglingsnahrung geeignet“. „Es enthält weniger Natrium, Nitrat oder Nitrit als herkömmliches Mineralwasser“, sagt  Dr. Hilbig. Die Grenzwerte liegen für Nitrat bei nur 10 mg pro Liter, für Natrium bei 20 mg pro Liter und für Nitrit bei 0,02 mg. Bei Babywasser (gibt‘s in der Drogerie und im Supermarkt) sind die tatsächlichen Werte noch niedriger. 

Info: 75% der Körpermasse eines Säuglings bestehen aus Wasser. Bei Erwachsenen sind es nur etwa 55 %.

Soll ich das Leitungswasser fürs Baby vorher abkochen?

„Das ist nicht nötig“, erklärt Dr. Hilbig — weder fürs Fläschchen noch pur zum Trinken. Wichtig aber: das abgestandene Wasser in der Leitung so lange abfließen lassen, bis es kalt und frisch aus dem Hahn kommt. In einem Haus mit alten Bleileitungen oder in einer Region mit besonders hohen Nitratwerten (mehr als 50 mg/l) sowie im Urlaub ist gekauftes Wasser die beste Lösung. 

Woran merke ich, dass mein Kind genug trinkt?

„Rosige Haut, regelmäßiger und weicher Stuhlgang und sechs bis acht nasse Windeln mit hellem, fast farblosem Urin sind Zeichen, dass das Baby genug Flüssigkeit bekommt“, erklärt Dr. Hilbig. Riecht der Urin dagegen unangenehm, ist der Stuhl hart und wirkt das Kind kraft- los, sollten Eltern auf jeden Fall mit dem Kinderarzt sprechen. 

So viel Wasser steckt im Obst: Wassermelonen 90%, Erdbeeren 90 %, Ananas 89 %, Pfirsiche 88 %, Mandarinen 87 %, Orangen 86 %, Aprikosen 86 %, Himbeeren 85 %, Äpfel 84 %, Birnen 84 %.

Breientdecker

Mein Baby isst jetzt Brei. Wie viel soll es dazu trinken?

Je mehr feste Kost es gibt, desto mehr Flüssigkeit braucht das Kind auch. „Ab dem dritten Brei sind das ungefähr 150 bis 200 ml Wasser oder ungesüßter Tee“, so Dr. Hilbig. Aber keine Sorge, wenn das Baby erst mal sehr wenig trinkt: Flüssigkeit bekommt es auch weiterhin über die Muttermilch bzw. das Fläschchen. 

Still oder Sprudel? Welches Mineralwasser für Kinder?

Am besten ein stilles Wasser. Viele Kinder stört das Sprudeln von „Prickelwasser“. 

Und was ist mit Saftschorle? 

„Ab dem ersten Brei dürfen Babys hin und wieder eine Schorle trinken“, sagt Dr. Hilbig. Diese sollte mindestens im Verhältnis ein Drittel Saft auf zwei Drittel Wasser verdünnt sein. Es gibt auch fertig gemischte Saftschorlen für Kinder ab dem 5. Monat. Purer Saft ist nichts für kleine Kinder, er kommt nur als Zutat im Gemüse-Kartoffel-Fleisch- Brei und Milch-Getreide-Brei vor. Das verleiht dem Brei einen süßlichen Geschmack — und dank des Vitamin C im Saft kann der Körper das im Brei enthaltene Eisen besser verwerten. 

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Kleinkinder

Unser Kind isst am Familientisch mit. Wie viel braucht es jetzt zu trinken?

Das Forschungsinstitut für Kinderernährung empfiehlt täglich 600 bis 700 ml ungesüßte Getränke, sobald das Kind am Familientisch mitisst. Das sind etwa sechs kleine Gläser pro Tag. 

Und wann am besten? 

Toll, wenn das Kind zu jeder Mahlzeit Wasser trinkt und Eltern ihm auch zwischendurch immer wieder etwas zu trinken anbieten. 

HITLISTE 

Getränke für Babys und Kleinkinder
1. Wasser
2. ungesüßter Tee
3. verdünnter Saft 

QUELLE: FORSCHUNGSINSTITUT FÜR KINDERERNÄHRUNG 

Zählt Wassermelone dabei auch mit? 

QUELLE: FORSCHUNGSINSTITUT FÜR KINDERERNÄHRUNG 

Ja, das ist ein bewährter Trick bei Kindern, die wenig trinken. Auch wasserhaltiges Gemüse (z. B. Salatgurke), Tomaten- oder Zucchinisoße, Suppen oder Joghurt können schon einen Teil des täglichen Flüssigkeitsbedarfs decken. 

Ab wann sollte das Kind aus dem Becher trinken?

Gut, wenn es sich bis zum ersten Geburtstag an Glas oder Becher gewöhnt hat. Das ist auch besser für die Zähne – denn Dauernuckeln begünstigt die Entstehung von Karies.

Fotos: Getty Images/Westend61; Getty Images/Greg Lawler 

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