Etwa ein Jahr dauert es, dann sind die Zeiten von Fläschchen und Brei vorbei. Die Kinder wollen nun das Gleiche essen wie die Großen. Das neue Essen erkunden sie am liebsten allein, mit der Hand, dem Löffel oder später mit Messer und Gabel. Sie essen mit dem Löffel und trinken aus dem Becher. Selbstständig, ohne Hilfe. Das ist ein prima Training für die Feinmotorik. Die eine oder andere Kleckerei darf dabei ruhig sein. 

5- 6 Gemüsesorten reichen völlig 

Die Nährstoffe, die jetzt nötig sind, können Eltern durch eine geschickte Auswahl der Lebensmittel in den Speiseplan einbauen. Kinder benötigen jeden Tag Getränke, Obst, Gemüse, Getreide, Milch(-produkte), Fette und Öle. Einen Überblick über die empfohlenen Mengen gibt die Ernährungspyramide. Bei der Vielfalt der Gemüsesorten brauchen Eltern sich nicht zu stressen: Fünf bis sechs sind schon eine sehr gute Bilanz. In Obst und Gemüse stecken viele wertvolle Vitamine, wie etwa Vitamin C, das den Körper bei der Eisenaufnahme unterstützt und das Immunsystem stärkt. B-Vitamine (Nervennahrung!) finden sich vor allem in Getreide. Für die Knochen ist Kalzium besonders wichtig, schließlich wächst auch der Körper gewaltig. Manche Hersteller bieten spezielle Kindermilchen an, die mehr Jod, Eisen und Vitamin D enthalten als Kuhmilch. 

Auch Herz und Lunge wachsen. Deshalb brauchen Kinder neben den drei Milch-Portionen am Tag bis zu dreimal pro Woche Fleisch und einmal pro Woche Fisch und Eier. Wenn Eltern den ganzen Tag unterwegs sind und die Zeit zum Kochen fehlt, sind fertige Kindermenüs eine praktische Lösung. Denn dann kommt trotzdem ratzfatz ein Essen auf den Tisch, das auf die Bedürfnisse der Kinder zugeschnitten ist. 

Das Gleiche essen wie die Eltern und richtig mit Besteck: Das macht die Zwerge stolz. Doch viele Kinder entwickeln mit der Zeit sehr einseitige Vorlieben bei den Nahrungsmitteln, anstatt immer neue auszuprobieren. Wochenlang möchten sie nur Nudeln ohne irgendwas oder Reis mit Ketchup. Eltern machen sich dann Sorgen, dass wichtige Nährstoffe fehlen könnten. Oft bringt in diesen Fällen schon ein Ernährungstagebuch Entspannung: Zwei Wochen lang wird protokolliert, welche Nahrungsmittel das Kind zu sich nimmt. Nicht selten zeigt sich: So einseitig ist das Essen gar nicht. 

Immer wieder anbieten – irgendwann klappt’s 

Vor allem bei herzhaften Nahrungsmitteln sind Kinder gern etwas heikel. Süßes probieren sie lieber aus. Hier helfen gute Vorbilder – und Geduld: nicht aufgeben, sondern das Gemüse immer wieder anbieten. Druck hilft dagegen gar nicht. Auch bei kleinen Gourmets isst das Auge übrigens mit. Wie schnöde sind doch geraspelte Möhren im Vergleich zu ausgestochenen Herzen und Sternen! Obst schmeckt noch mal so gut, wenn es, wie beim Grillen, auf Spießchen steckt. Kinder helfen außerdem gern mit: Den Salat, den sie selbst gewaschen haben, werden sie anschließend viel lieber verzehren. Auch ist nach wie vor Hunger der beste Koch: Mit drei Haupt- und zwei Zwischenmahlzeiten ohne Snacks nebenbei sinkt die Gefahr von Streiks am Familientisch. 

Für Zeiten aber, in denen fast gar nichts geht, sind spezielle Produkte für Kinder eine Alternative, Säfte ohne Zuckerzusatz, die mit Nährstoffen angereichert sind, oder Obstmus aus dem Quetschbeutel. Davon reichen kleine Gläser oder Mus-Portionen (auf dem Teller anrichten). Wenn die Sorge trotzdem bleibt: bei der nächsten U-Vorsorgeuntersuchung den Kinderarzt ansprechen. In der Regel wird er Entwarnung geben, auch wenn sich die Gewichtskurve im unteren Bereich bewegt. Die „Nudeln ohne alles“-Phase ist eben doch nur: eine Phase. 

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Fotos: Getty Images/Cavan Images; Getty Images/MediaProduction

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